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12. deutsch-polnisches Podiumsgespräch | 12. deutsch-polnisches Podiumsgespräch |
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12. deutsch-polnisches
Podiumsgespräch Darmstadt – Frankfurt – (Ost)Berlin – Prag – Warschau 29. Oktober 2008, 19 Uhr Justus-Liebig-Haus Darmstadt, Große Bachgasse 2 mit Štĕpán Benda (Prag/Berlin), Peter Benz (Darmstadt), Dr. Gerd Koenen (Frankfurt), Wolfgang Templin (Berlin) und Dr. Kazimierz Wóycicki (Warschau)
Das Jahr 1968 bedeutete eine
Zäsur in der europäischen Geschichte. Die Ereignisse von damals haben die
Kultur und die Politik verändert und wirken sich bis heute aus. Auch ein
halbiertes Bewusstsein Europas besteht fort. Denn die gesellschaftlichen
Erinnerungen an 1968 als einen »Kreuzungspunkt der Nachkriegsgeschichte in Ost-
und Westeuropa« (Gerd Koenen) gehen bis heute deutlich auseinander.
Im Westen verknüpfen sich
mit dem Datum Bilder von Protest und Demonstrationen aus Paris, Frankfurt,
Berlin, Mailand oder Berkeley, manchmal von der »flower power« weich
gezeichnet. Im Osten regte sich das Enzym der Freiheit seit 1953, brach sich
Bahn im »polnischen März« 1968, dem Protest gegen eine versteinerte
kommunistische Partei, der innerhalb weniger Tage niedergeschlagen wurde, und
im kurzen »Prager Frühling« eines »Sozialismus mit menschlichem Antlitz«, den
der Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen am 21. August 1968 beendete. Die
Siege über die Revolte waren Pyrrhussiege des sogenannten Realsozialismus. Der
Völkerfrühling 1989 ist ohne das Jahr 1968 im Osten nicht denkbar.
Bei der deutschen, besser:
westdeutschen, Selbstvergewisserung, was 1968 war und was dieses Jahr heute
bedeutet, liegt die östliche Hälfte des Kontinents viel zu oft weiter im
Dunkeln – und diese östliche Hälfte begann in der »anderen« Hälfte
Deutschlands. In der Erinnerung verschwindet sie zwischen »Frankfurt« und
»Berlin-West« und »Prag« oder »Warschau«. Doch auch in der DDR hatte »1968«
eine Bedeutung, die ihre Nachwirkung im Jahr 1989 hatte.
Wir diskutieren mit Akteuren
des Jahres 1968, den »68ern«, von diesseits und jenseits der alten Systemgrenze
in Europa über ihre politischen Ziele und ihre Wahrnehmungen der »anderen
Seite« im geteilten Europa des Unruhejahres 1968. Was bedeutet »1968« heute in
Berlin, Prag und Warschau? Und wie war es »damals« eigentlich in Darmstadt?
Štĕpán Benda, ehemaliger Studentenaktivist in Prag, emigrierte
1968 nach Paris, dann nach Frankfurt, lebt heute als Filmemacher in Berlin
Peter Benz, 1968 aktives Mitglied der Jungsozialisten in
Darmstadt und Südhessen, von 1993 bis 2005 Oberbürgermeister der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, heute Vorsitzender des Darmstädter Förderkreises Kultur
e.V.
Dr. Gerd Koenen, seit Herbst 1968 Student an der Universität
Frankfurt am Main (vorher Universität Tübingen), Aktivitäten im SDS, in der
Basisgruppe Historiker und außeruniversitäre Aktivitäten in einem
neo-leninistischen Zirkel, heute freier Schriftsteller und Publizist. 2007
Auszeichnung mit dem Leipziger Buchpreis für europäische Verständigung
Wolfgang Templin, 1968 in Fachschulausbildung für
Information/Dokumentation in Ostberlin, 1976/1977 Aufbaustudium in Polen. Erste
Kontakte zur polnischen Opposition. Freiberufliche Tätigkeit als Publizist und
in der politischen Erwachsenenbildung
Dr. Kazimierz Wóycicki, 1968 Student an der Universität Warschau,
langjähriger Direktor der Polnischen Institute in Düsseldorf und Leipzig, heute
Dozent am Osteuropa-Studium der Universität Warschau
Moderation: Jürgen Vietig,
Journalist, Berlin
Medienpartner: Darmstädter Echo
Förderer: Auswärtiges Amt
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