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| Orestie nach Aischylos |
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Donnerstag, 05.03.2009,
19:30 Uhr
Von den sieben erhaltenen Tragödien des Aischylos weckt die
Orestie, die einzige erhaltene antike Trilogie, die größten Emotionen. Es
handelt sich um die vollständige und erschütternde Beschreibung des tragischen
Fluches, von dem das Geschlecht des Agamemnon betroffen wurde. Die ständig
wachsende Liste der Opfer nimmt kein Ende, denn jeder Mord zieht einen weiteren
nach sich, und die jeweils praktizierte Gerechtigkeit wird Anfang neuer Leiden.
Die strenge, asketische Konstruktion des Dramas und die poetischen Bilder setzen
sich zu einer grausamen Vision der Menschheit zusammen, die nicht in den
zivilisatorischen Rahmen passt. Welche Entfernung trennt unsere Erfahrungen von
jenen, die vor Jahrhunderten niedergeschrieben wurden? Ist die Versöhnung, die
bei Aischylos stattfindet, möglich? Ein glückliches Ende, das in der labilen
Welt grundlegende Normen des gesellschaftlichen Lebens festlegt oder
wiederbringt? Wer ist Orestes? Vielleicht hat für ihn alles, was in Argos
geschieht, die Anzeichen einer kranken, grotesken Vision, zuerst eines Alptraums
aus der Vergangenheit, und später einer Obsession, die in einer Überspitzung,
fragmentarisch, rudimentär zurückkehrt. Womit wird sein Wahnsinn enden: mit
Rettung oder Selbstzerstörung?
Jan Klata Theaterregisseur, Stückeschreiber. Einer der berühmtesten polnischen Theaterkünstler der letzten Jahre. Er wurde 1973 geboren, studierte Regie zuerst in Warschau, dann in Krakau. Er war Assistent von Jerzy Grzegorzewski, Jerzy Jarocki und Krystian Lupa. Die erste selbständige Arbeit von Klata auf einer professionellen Bühne war DER REVISOR von Nikolai Gogol im Szaniawski-Theater in Wałbrzych (2003). Er arbeitet ständig mit den interessantesten Theaterbühnen in Polen zusammen – u.a. dem Teatr Polski in Bydgoszcz, TR WARSZAWA und Teatr Polski in Breslau. 2006 erhielt er den Preis der Zeitschrift „Polityka” - PASZPORT POLITYKI – in der Kategorie Theater – einen Preis für innovatives und mutiges Interpretieren der Klassik, für die Leidenschaft und Hartnäckigkeit bei der Erforschung nationaler Mythen und der Diagnostizierung der polnischen Realität. Für die Regie von „Die Sache Danton” erhielt er den Konrad-Swinarski-Preis. Im Nationalen Alten Theater In Krakau inszenierte er „Die drei Stigmata des Palmer Eldritch” von Philip K. Dick, „Orestie” von Aischylos, und zur Zeit bereitet er die „Trilogie“ von H. Sienkiewicz vor (Premiere: 21. Februar 2009). Die antike Tragödie von Aischylos in der zeitgenössischen Interpretation von Jan Klata Überraschend, schockierend, logisch, grausam und grotesk ist die von Jan Klata interpretierte „Orestie“. Joanna Targoń, Gazeta Wyborcza – Kraków, 27-02-2007 Die hervorragende Inszenierung von Klata handelt nicht von der Wiederherstellung der Ordnung, sondern vom Verlorensein des heutigen Menschen. Sie endet mit dem ergreifenden Monolog des Orestes, der in einem T-Shirt mit der Nummer „0“ darauf hilflos fragt: wer bin ich? Aneta Kyzioł, POLITYKA, 08-03-2007 Eine große Inszenierung von Jan Klata über falsche Götter, die die heutigen Menschen regieren. Alles fügt sich zu einem suggestiven, visionären, auf die Fantasie wirkenden Schauspiel zusammen. Roman Pawłowski, Gazeta Wyborcza, 28-02-2007 Übersetzung ins Polnische Maciej Słomczyński Adaption: Iga Gańczarczyk, Jan Klata, Anna Włodarska Musikalische Bearbeitung: Jan Klata, Rafał Kowalczyk Bühnenbild und Lichtregie: Justyna Łagowska Kostüme: Mirek Kaczmarek Szenische Bewegung: Maćko Prusak Regieassistenz: Anna Włodarska Besetzung: Klytaimnestra - Anna Dymna Agamemnon - Jerzy Grałek Kassandra - Małgorzata Gałkowska Aigisthos - Juliusz Chrząstowski Elektra - Anna Radwan-Gancarczyk Orestes - Piotr Głowacki Bürger 1 - Bolesław Brzozowski Bürger 2 - Piotr Grabowski (gościnnie) Bürger 3 - Andrzej Kozak Bürger 4 - Jacek Romanowski Bürger 5 - Magda Jarosz Apollo - Błażej Peszek Athene - Anna Radwan-Gancarczyk Megäre - Ewa Kolasińska Teisiphone - Ewa Kaim Alekto - Małgorzata Gałkowska In der Inszenierung wurden ein Fragment von Medeamaterial von Heiner Müller sowie die folgenden Musikstücke benutzt Doom. A Sigh (Kronos Quartet), Feel (Robbie Williams), Classical Homicide (Dälek), Corpses as bedmates, Ghosts (Third Eye Foundation) Aufführungen am 5. und 6. März um 19.30 Uhr im HAU 1 Ort: Hebbel am Ufer, HAU 1, Stresemannstr 29, 10963 Berlin Kasse: (030) 25 90 04 27 www.hebbel-am-ufer.de |